Ich bin dann mal weg!

Das große Graue – der 90-Grad-Winkel in deutschen Wohnzimmern
In Deutschlands Wohnzimmern regiert das große Graue als Zweisitzer, Dreisitzer oder um die Ecke gestellt. Ob Staubgrau, Aschgrau, Betongrau, Asphaltgrau – alles was sich zwischen Weiß und Schwarz befindet.


Wir wollen das Reizarme und suchen Entschleunigung

Die Welt da draußen ist hart, daher suchen wir Zuhause das Weiche. Wir wollen uns am Abend, nach getaner Arbeit auf unser Sofa lümmeln und uns um Social-Media-Kanäle kümmern oder den Lieblingsserien frönen. Dazu benötigen wir einen bequeme Anlaufstelle - das Sofa. Am besten unauffällig und komfortabel. Da wir gerne zu zweit chillen geht das Sofa in den meisten Fällen ums Eck, so haben beide genug Platz und in den Werbe- oder WhatsApp-Pausen treffen sich manchmal unsere Blicke.

Der Deutsche, von außen beurteilt

Wir Deutsche haben den Ruf pünktlich zu sein, ordentlich sowieso, fleißig und unbestechlich und natürlich diszipliniert. Wie hört sich das an? Sind das Komplimente oder eher die Abstemplung zum Spießer hoch zehn? Auf jeden Fall hört es sich nicht nach Sieger, Rebell, Macher im Allgemeinen oder waghalsig, unbekümmert und lebensfroh an. Vielleicht passt ja da die Sofafarbe Grau ganz gut zu uns. Grau – die Farbe der Befangenen und Verklemmten.
 

Das Sofa als Floß betrachtet

Alles was wir für einen gelungenen Abend so brauchen, können wir mit auf unser Sofa nehmen und müssten, außer für die Notdurft, gar nicht mehr aufstehen. Wir ziehen uns mit unsren sieben Sachen auf das graue Ecksofa zurück und haben alles was wir brauchen um uns rum. Handy, Fernbedienung, Snacks, Kopfhörer, Laptop, Spielkonsole und Tablet. Früher war das Sofa so ausgerichtet, dass man entweder in Richtung Fernseher oder Kamin schaute, dies ist heute nicht mehr notwendig, da wir mit all unseren tragbaren Geräten flexibel geworden sind und somit auf festinstallierte Sachen nicht mehr angewiesen. So spielen wir jeden Abend das Spiel: „Was würdest Du mit auf Dein Sofa nehmen“? Somit ist die Langeweile bekämpft und das Chillen für den Abend gesichert.

Woher kommen die Gründe für unsere dezente Zurückhaltung?

Keiner weiß das genau. Vielleicht meinen wir im Unterbewusstsein immer noch die preußischen Tugenden bedienen zu müssen, die da wären: Zurückhaltung, Gradlinigkeit, Ordnungssinn und Sauberkeit. Zusätzlich sind wir aber auch immer noch geprägt von der all entscheidenden Bauhausbewegung, die uns Ästhetik vom feinsten vermittelte. Vielleicht fehlt uns einfach nur der Mut, Farbe zu bekennen.
 

Gute Wertarbeit

Wir Deutschen liefern sie gerne aus, die gute deutsche Wertarbeit. Daher legen wir bei unseren Objekten der Begierde auch großen Wert auf Qualität, schließlich soll das Sofa mehr als eine Saison bei uns verbringen. Wir wollen das Sofa als Mitbewohner in unsere Behausung aufnehmen, eine Beziehung zu ihm aufbauen und die soll Jahre halten. Also müssen wir für den Sofakauf wichtige Entscheidungen treffen. Gutes Material, perfekte Verarbeitung, die richtige Form und natürlich eine überzeugende Farbe. Weiß und Creme sind zu Hell und daher zu empfindlich, Schwarz ist zu dunkel und man sieht jeden Fussel, an Knall-Farben und Muster sieht man sich satt, bleibt logischerweise nur noch die Nichtfarbe Grau. Hätten wir das auch entschieden, ohne große Mühe.

Die graue Eminenz und das lustvolle tummeln

Sind nur unsere Sofas Grau und zurückhaltend oder sind wir es etwa auch? Ich würde aus ganzem Herzen sagen: Wir sind es nicht. Kleiden wir uns doch lustvoll in Farbe um uns dann auf unsere 90-Gradwinkel zu stürzen. Eigentlich ist es purer Egoismus, dass wir unseren Sofas die Farbe Grau zusprechen. Wir wollen keine Konkurrenz und immer gut aussehen, wenn wir uns auf dem Sofa tummeln. Eigentlich doch gar nicht so schwer die Erklärung der grauen Sofas. Vielleicht wollten wir bisher, nur den Egoismus nicht so raushängen lassen.
 

Ich bin dann mal weg...

und damit spreche ich nicht von Hape Kerkeling, der sich verabschiedet um den Jakobsweg zu pilgern, sondern von den unauffälligen deutschen Sofas, die im Hintergrund des Wohnzimmers zu verschwinden scheinen. Genauso wie Bielefeld, dass es eigentlich gar nicht gibt. Wir mögen es einfach gerne weiträumig und großzügig in unseren Wohnungen, daher ist die Farbe Grau für Sofas und Couchlandschaften die perfekte Farbe. Sie sticht nicht vordergründlich dominant ins Auge und hält sich vornehm zurück. Eigentlich müssten man doch zusammenfassend sagen: Liebe Deutsche, was Eure Sofafarbe angeht, habt ihr alles richtig gemacht – weiter so!

Jetzt seien Sie mutig und bringen Farbe in Ihr Wohnzimmer!

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